Osnabrücker Baubetriebstage

Osnabrücker Baubetriebstage 2023

 

                                                                                    Thema: "Strategie ist auch keine zu haben"

 

Das Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften bezeichnet Strategie in eine langfristige Ausrichtung der Unternehmenspolitik, nach der sich die kurzfristige Operative und die mittelfristige Taktik zu orientieren hat. Nachdem sich regelrechte Schulen zur Begründung der „richtigen“ Unternehmensstrategie entwickelt haben, die Visionen, Kernkompetenzen, Geschäftsfelder und Wertschöpfungsketten definieren, kommen auch immer wieder Zweifel auf, ob das Festhalten an einer definierten Strategie überhaupt der richtige Weg ist.

Bei den großen Unternehmen steht deren Strategie im Wirtschaftsteil der Zeitung. So wollte z.B. in den 1980ern Edzard Reuter aus Daimler-Benz einen „integrierten Technologiekonzern“ der Luft- und Raumfahrt über Schiene und Straße bis hin zu Mikroelektronik machen, MTU, AEG, Aerospace, Dornier. Der nächste, Jürgen Schrempp, hat alles wieder rückgängig gemacht und in der Verfolgung einer horizontalen Expansionsstrategie die Autohersteller Mitsubishi und Chrysler gekauft. Der darauffolgende Vorstandsvorsitzender, Dieter Zetsche, hat wieder alles rückgängig gemacht und sich auf den Kern vom Kerngeschäft konzentriert. Der Volkswagenkonzern war mit dem Erwerb von Marken deutlich erfolgreicher. Nun setzt VW in der aktuellen Unternehmensstrategie alles darauf, den Verbrennungsmotor abzuschaffen und baut bald nur noch Elektrofahrzeuge.

Auch in der Bauwirtschaft gibt es solche Strategien. So hat die STRABAG mit Geld aus dem Ausland durch die Akquisition von Konzernen (WALTER-BAU, DYWIDAG, HEILIT+WOERNER, Ed. Züblin) und dem Kauf einer schier endlosen Zahl von Mittelständlern einen mächtigen und erfolgreichen Baukonzern entwickelt. Fast zeitgleich wickelte ein ehemaliger Ministerpräsident den Baubereich der einst stolzen und erfolgreichen Bilfinger Berger AG ab, um Industriedienstleitungen zu erbringen.

Auch im Landschaftsbau treten plötzlich eine Vielzahl Private-Equity-Gesellschaften (außerbörsliche private Kapitalbeteiligungen) auf, die Landschaftsbau-Unternehmen kaufen wollen, um daraus Unternehmensgruppen zu bilden, die mittelfristig europaweit Umsätze in Milliardenhöhe generieren sollen. Bei knapp 10 Mrd. Branchenumsatz in Deutschland könnten das schon einflussreiche Markteilnehmer werden.

Nun sehen auch Andere den Landschaftsbau als erfolgversprechende Zukunftsbranche. Da es einen solchen Versuch schon Anfang der 1990er Jahre gab, stellt sich die Frage, ob das erfolgreich sein kann. Andere mittelständische Landschaftsbauunternehmen haben sich auch schon auf diesen Weg gemacht und sind erfolgreich. Sind Niederlassungen überhaupt sinnvoll oder soll die Geschäftsleitung selber eng am Kunden bleiben, um diesen zu binden? Wie wird sich die Wirtschaft entwickeln, wenn selbst Corona dem Bau Zuwächse beschert hat, gleichzeitig für Lieferengpässe aus China sorgt und nun ein Krieg wieder alles in Frage stellt?

Auf diese und viele weitere Fragen wollen wir mit Ihnen auf den Osnabrücker Baubetriebstagen 2023 Antworten finden.

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Wir weisen darauf hin, dass wir während dieser Veranstaltung fotografieren und filmen. Wir gehen davon aus, dass die an der Veranstaltung teilnehmenden Personen durch ihre Teilnahme in die Erstellung und die Veröffentlichung der Aufnahmen zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule, auch in den sozialen Medien, einwilligen.
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Bei Fragen sprechen Sie gern Herrn Breulmann direkt vor Ort an oder melden Sie sich per Mail: k.breulmann@hs-osnabrueck.de

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